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Niedrigwasser-Lagebericht Bayern
Ausgegeben am 05.03.25, 15:00 Uhr
Das bisherige hydrologische Winterhalbjahr ist in der Niederschlagsbilanz um ca. 25 Prozent zu trocken.
Witterung:
Der Februar fiel in Südbayern (Bayern südlich der Donau) mit einem Monatsniederschlag von 22 mm deutlich zu trocken aus (38% vom Mittel 1971 bis 2000) und in Nordbayern (Bayern nördlich der Donau) summierte sich der Februarniederschlag auf geringe 31mm (62% vom Mittel). Im bisherigen hydrologischen Winterhalbjahr (01.11.2024 bis 28.02.2025) waren die Monate November, Dezember sowie Februar zu trocken (s. Abb. 1) und der Gebietsniederschlag erreicht derzeit in Südbayern 202mm (72% vom Mittel 1971 bis 2000), in Nordbayern 203mm (80% vom Mittel).
Der Niederschlags-/Dürreindex der letzten 90 Tage zeigt für Regionen des Bayerischen Waldes sowie der Bayerischen Alpen sehr trockene Verhältnisse. Mit der derzeitigen Schneehöhe von nur 110cm hat die DWD-Station Zugspitze eine so geringe Schneedeckenmächtigkeit am Märzanfang wie zuletzt im Jahr 1942.
Alle vier Monate des bisherigen hydrologischen Winterhalbjahres fielen im langjährigen Vergleich zu warm aus. Dabei ragt der Januar 2025 heraus, der in Bayern um 1,9 Grad wärmer war als das Mittel 1971 bis 2000. Eine meteorologische Kenngröße für den Winter ist die Anzahl der Eistage – das sind Tage an denen das Lufttemperaturmaximum unter dem Gefrierpunkt 0°C liegt. Die Zahl der Eistage war im Winter 2024/2025 sehr gering. So verzeichnete zum Beispiel Augsburg nur 14 Eistage (13 Tage weniger als im Mittel 1971 bis 2000), München 7 Eistage (14 Tage weniger als im Mittel) und Hof 22 Eistage (17 Tage weniger als im Mittel).
Fließgewässer:
Anfang März zeigen ca. 36% der Messstellen in Bayern für die Jahreszeit niedrige Abflussverhältnisse, nur vereinzelt werden aktuell Abflüsse unter dem langjährigen mittleren Niedrigwasserabfluss (MNQ) gemessen und als sehr niedrig eingestuft (s. Abb. 3).
Seen und Speicher:
An ca. 24% der beobachteten Seen und Speicher werden für die Jahreszeit niedrige Wasserstände und an ca. 18% sehr niedrige Wasserstände registriert.
Die Betriebsräume der staatlichen Wasserspeicher mit Funktion der Niedrigwasseraufhöhung sind derzeit zu 60 bis 100% gefüllt. Diese Volumina können für die Niedrigwasseraufhöhung in Anspruch genommen werden.
Am Überleitungssystem Donau-Main wurde der Rothsee im Winter wieder um 5m abgestaut, um das übermäßige Muschelwachstum einzuschränken. Diese Maßnahme wurde im Dezember 2024 abgeschlossen, sodass am Rothsee wieder planmäßiger Normalbetrieb vorliegt. Der Brombachsee wurde wie in den vergangenen Jahren vorsorglich auf ein niederes Stauniveau abgesenkt, damit die Winterhochwasserereignisse abgepuffert werden können. Dies ist in den vergangenen Monaten bereits erfolgt, sodass der Große Brombachsee jetzt bereits einen Wasserstand von 409,33m ü NN erreicht hat (Normalstauziel 410,50 m ü NN.
Das Überleitungssystem Donau-Main versorgt derzeit über den Main-Donau-Kanal unter Mitwirkung des Rothsees das Maingebiet planmäßig mit Donauwasser.
An der Trinkwassertalsperre (TWT) Mauthaus wurde für anstehende Sanierungsarbeiten im Bereich der Hochwasserentlastungsanlage der Betriebsraum auf ca. 60% Füllgrad abgesenkt. An der TWT Frauenau ist der Betriebsraum zu 71% gefüllt. Beide Trinkwassertalsperren können uneingeschränkt zur Wasserlieferung an die Fernwasserversorger herangezogen werden.
Grundwasserstände:
Aktuell weisen rund 28 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen niedrige und sehr niedrige Messwerte auf. In den tieferen Grundwasserstockwerken zeigen rund 34 Prozent der Messstellen eine Niedrigwassersituation (s. Abb. 2).
Entwicklung der Grundwasserstände und Quellschüttungen:
Ein Großteil der Grundwasserneubildung aus Niederschlag und die damit einhergehende Erholung der Grundwasserstände findet üblicherweise im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) statt. Nach dem außergewöhnlich feuchten und grundwasserneubildungsreichen Kalenderjahr 2024 fiel die Niederschlagsbilanz der nun abgeschlossenen Wintermonate Dezember 2024 bis Februar 2025 in den meisten Regionen Bayerns zu trocken aus. In der Folge hat sich v.a. in Teilen Frankens (Schwerpunkt Oberfranken), Niederbayerns sowie im alpinen Raum eine leichte Niedrigwassersituation im Oberen Grundwasserstockwerk ausgebildet.
Hingegen profitieren viele der übrigen Regionen Bayerns noch von der Auffüllung der Grundwasservorkommen während des Jahres 2024. Besonders in Oberbayern und Schwaben werden aktuell an zahlreichen Messstellen noch durchschnittliche bis überdurchschnittliche Grundwasserstände und Quellschüttungen erfasst. Dies betrifft insbesondere die ergiebigen Grundwasservorkommen der südbayerischen Flusstäler und Schotterflächen. So treten z.B. im Bereich der Münchner Schotterebene vielfach noch ungewöhnlich hohe Grundwasserstände, vergleichbar mit den Bedingungen im Nasszeitraum 1999-2002, auf.
Eine zuverlässige Prognose der weiteren Entwicklung bis Ende April ist derzeit nicht möglich. Sollten die Monate März und April ebenfalls zu trocken ausfallen, ist jedoch auf Grund der natürlicherweise im Jahresverlauf weiter absinkenden Grundwasserstände und Quellschüttungen von einer eher ungünstigen Ausgangsposition für das bevorstehende Sommerhalbjahr 2025 (Mai bis Oktober) auszugehen.
Entwicklung der Grundwasserneubildung in den letzten Jahren:
Aufgrund der in Summe zu geringen Niederschläge der letzten Jahre weist die Grundwasserneubildung in Bayern im Zeitraum 2003 bis 2023 ein mittleres jährliches Defizit von 15% auf. Erst durch das nasse Jahr 2024 konnten sich viele Grundwasservorkommen erholen, so dass die zuletzt gehäuft aufgetretenen Trockenjahre (2015, 2018, 2019, 2020, 2022) wieder etwas ausgeglichen wurden. Allerdings kann sich die Situation durch einen weiteren trockenen und warmen Sommer schnell wieder umkehren, da sommerliche (Stark-)Niederschläge in Kombination mit der hohen Pflanzenverdunstung nur zu einem vergleichsweise geringen Anteil für eine Auffüllung der Grundwasservorräte zur Verfügung stehen.
Entwicklung der Grundwasserstände in den tieferen Grundwasserstockwerken:
Die Grundwassermessstellen der tieferen Grundwasserstockwerke weisen seit dem Trockenjahr 2015 bis einschließlich 2023 mehrheitlich niedrige Grundwasserstände auf. Die Anzahl der als niedrig und sehr niedrig klassifizierten Grundwassermessstellen beträgt derzeit rd. 34%, was eine leichte Besserung der Niedrigwassersituation im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Von einer nachhaltigen Erholung sollte zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht gesprochen werden. Besonders von niedrigen Grundwasserständen betroffen sind aktuell einzelne Messstellen des mittelfränkischen Sandsteinkeupers und Teile des Tertiärs zwischen Alpenvorland und Donau.
Gewässerökologie Fließgewässer und Seen:
Jahreszeitlich bedingt liegen die Wassertemperaturen aktuell in einem günstigen Bereich. Auch die vereinzelten spätwinterlichen Niedrigwasserabflüsse sind gewässerökologisch bisher nicht ungewöhnlich.
Entwicklung in den Seen
Das Ökosystem der Seen wird maßgeblich von der Temperaturentwicklung im Jahresverlauf geprägt. Der Wechsel von warmen und kalten Jahreszeiten sichert die Sauerstoffversorgung des Tiefenwassers und die Nährstoffversorgung der Pflanzen und Tiere im Freiwasser. Während der Wintermonate kann das sommerlich warme Wasser abkühlen, eine Zirkulation und damit Ausgleich der Sauerstoffdefizite in tieferen Wasserschichten wird jedoch erst ab Temperaturen von 4°C in der gesamten Wassersäule mit gleichzeitigen Starkwindereignissen möglich. Ob die Witterungsbedingungen in diesem Winter entsprechend geeignet waren, kann erst mit den anlaufenden Messungen beurteilt werden.
Durch den zurzeit in einigen Seen niedrigen Wasserstand verringert sich der Lebensraum der Tiere und Pflanzen im Flachwasser. Röhrichtbestände die von der Wasserfläche abgeschnitten werden, sind dann in der beginnenden Laichzeit nicht als Habitat und Rückzugsraum zugänglich. Mögliche Folgen wie zum Beispiel eine geringere Zahl an diesjährigem Nachwuchs hängen auch von den Wasserstands-Entwicklungen der nächsten Wochen ab.
Ausblick:
Bis einschließlich Sonntag (09.03.2025) soll die trockene Hochdruckwetterlage anhalten. Die derzeitige Basis-Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) klassifiziert die Kalenderwoche (KW) 11 als normal, die KW 12 sowie 13 als zu feucht und die KW 14 als zu trocken. Die zugehörigen Temperaturprognosen zeigen bis Anfang April 2025 zu warme Verhältnisse. Diese Einstufungen der DWD-Witterungsvorhersage ergeben sich aus dem Vergleich mit dem Referenzzeitraum 2005 bis 2024.
Die Niedrigwasserlage wird sich zunächst ausweiten.



Witterung:
Der Februar fiel in Südbayern (Bayern südlich der Donau) mit einem Monatsniederschlag von 22 mm deutlich zu trocken aus (38% vom Mittel 1971 bis 2000) und in Nordbayern (Bayern nördlich der Donau) summierte sich der Februarniederschlag auf geringe 31mm (62% vom Mittel). Im bisherigen hydrologischen Winterhalbjahr (01.11.2024 bis 28.02.2025) waren die Monate November, Dezember sowie Februar zu trocken (s. Abb. 1) und der Gebietsniederschlag erreicht derzeit in Südbayern 202mm (72% vom Mittel 1971 bis 2000), in Nordbayern 203mm (80% vom Mittel).
Der Niederschlags-/Dürreindex der letzten 90 Tage zeigt für Regionen des Bayerischen Waldes sowie der Bayerischen Alpen sehr trockene Verhältnisse. Mit der derzeitigen Schneehöhe von nur 110cm hat die DWD-Station Zugspitze eine so geringe Schneedeckenmächtigkeit am Märzanfang wie zuletzt im Jahr 1942.
Alle vier Monate des bisherigen hydrologischen Winterhalbjahres fielen im langjährigen Vergleich zu warm aus. Dabei ragt der Januar 2025 heraus, der in Bayern um 1,9 Grad wärmer war als das Mittel 1971 bis 2000. Eine meteorologische Kenngröße für den Winter ist die Anzahl der Eistage – das sind Tage an denen das Lufttemperaturmaximum unter dem Gefrierpunkt 0°C liegt. Die Zahl der Eistage war im Winter 2024/2025 sehr gering. So verzeichnete zum Beispiel Augsburg nur 14 Eistage (13 Tage weniger als im Mittel 1971 bis 2000), München 7 Eistage (14 Tage weniger als im Mittel) und Hof 22 Eistage (17 Tage weniger als im Mittel).
Fließgewässer:
Anfang März zeigen ca. 36% der Messstellen in Bayern für die Jahreszeit niedrige Abflussverhältnisse, nur vereinzelt werden aktuell Abflüsse unter dem langjährigen mittleren Niedrigwasserabfluss (MNQ) gemessen und als sehr niedrig eingestuft (s. Abb. 3).
Seen und Speicher:
An ca. 24% der beobachteten Seen und Speicher werden für die Jahreszeit niedrige Wasserstände und an ca. 18% sehr niedrige Wasserstände registriert.
Die Betriebsräume der staatlichen Wasserspeicher mit Funktion der Niedrigwasseraufhöhung sind derzeit zu 60 bis 100% gefüllt. Diese Volumina können für die Niedrigwasseraufhöhung in Anspruch genommen werden.
Am Überleitungssystem Donau-Main wurde der Rothsee im Winter wieder um 5m abgestaut, um das übermäßige Muschelwachstum einzuschränken. Diese Maßnahme wurde im Dezember 2024 abgeschlossen, sodass am Rothsee wieder planmäßiger Normalbetrieb vorliegt. Der Brombachsee wurde wie in den vergangenen Jahren vorsorglich auf ein niederes Stauniveau abgesenkt, damit die Winterhochwasserereignisse abgepuffert werden können. Dies ist in den vergangenen Monaten bereits erfolgt, sodass der Große Brombachsee jetzt bereits einen Wasserstand von 409,33m ü NN erreicht hat (Normalstauziel 410,50 m ü NN.
Das Überleitungssystem Donau-Main versorgt derzeit über den Main-Donau-Kanal unter Mitwirkung des Rothsees das Maingebiet planmäßig mit Donauwasser.
An der Trinkwassertalsperre (TWT) Mauthaus wurde für anstehende Sanierungsarbeiten im Bereich der Hochwasserentlastungsanlage der Betriebsraum auf ca. 60% Füllgrad abgesenkt. An der TWT Frauenau ist der Betriebsraum zu 71% gefüllt. Beide Trinkwassertalsperren können uneingeschränkt zur Wasserlieferung an die Fernwasserversorger herangezogen werden.
Grundwasserstände:
Aktuell weisen rund 28 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen niedrige und sehr niedrige Messwerte auf. In den tieferen Grundwasserstockwerken zeigen rund 34 Prozent der Messstellen eine Niedrigwassersituation (s. Abb. 2).
Entwicklung der Grundwasserstände und Quellschüttungen:
Ein Großteil der Grundwasserneubildung aus Niederschlag und die damit einhergehende Erholung der Grundwasserstände findet üblicherweise im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) statt. Nach dem außergewöhnlich feuchten und grundwasserneubildungsreichen Kalenderjahr 2024 fiel die Niederschlagsbilanz der nun abgeschlossenen Wintermonate Dezember 2024 bis Februar 2025 in den meisten Regionen Bayerns zu trocken aus. In der Folge hat sich v.a. in Teilen Frankens (Schwerpunkt Oberfranken), Niederbayerns sowie im alpinen Raum eine leichte Niedrigwassersituation im Oberen Grundwasserstockwerk ausgebildet.
Hingegen profitieren viele der übrigen Regionen Bayerns noch von der Auffüllung der Grundwasservorkommen während des Jahres 2024. Besonders in Oberbayern und Schwaben werden aktuell an zahlreichen Messstellen noch durchschnittliche bis überdurchschnittliche Grundwasserstände und Quellschüttungen erfasst. Dies betrifft insbesondere die ergiebigen Grundwasservorkommen der südbayerischen Flusstäler und Schotterflächen. So treten z.B. im Bereich der Münchner Schotterebene vielfach noch ungewöhnlich hohe Grundwasserstände, vergleichbar mit den Bedingungen im Nasszeitraum 1999-2002, auf.
Eine zuverlässige Prognose der weiteren Entwicklung bis Ende April ist derzeit nicht möglich. Sollten die Monate März und April ebenfalls zu trocken ausfallen, ist jedoch auf Grund der natürlicherweise im Jahresverlauf weiter absinkenden Grundwasserstände und Quellschüttungen von einer eher ungünstigen Ausgangsposition für das bevorstehende Sommerhalbjahr 2025 (Mai bis Oktober) auszugehen.
Entwicklung der Grundwasserneubildung in den letzten Jahren:
Aufgrund der in Summe zu geringen Niederschläge der letzten Jahre weist die Grundwasserneubildung in Bayern im Zeitraum 2003 bis 2023 ein mittleres jährliches Defizit von 15% auf. Erst durch das nasse Jahr 2024 konnten sich viele Grundwasservorkommen erholen, so dass die zuletzt gehäuft aufgetretenen Trockenjahre (2015, 2018, 2019, 2020, 2022) wieder etwas ausgeglichen wurden. Allerdings kann sich die Situation durch einen weiteren trockenen und warmen Sommer schnell wieder umkehren, da sommerliche (Stark-)Niederschläge in Kombination mit der hohen Pflanzenverdunstung nur zu einem vergleichsweise geringen Anteil für eine Auffüllung der Grundwasservorräte zur Verfügung stehen.
Entwicklung der Grundwasserstände in den tieferen Grundwasserstockwerken:
Die Grundwassermessstellen der tieferen Grundwasserstockwerke weisen seit dem Trockenjahr 2015 bis einschließlich 2023 mehrheitlich niedrige Grundwasserstände auf. Die Anzahl der als niedrig und sehr niedrig klassifizierten Grundwassermessstellen beträgt derzeit rd. 34%, was eine leichte Besserung der Niedrigwassersituation im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Von einer nachhaltigen Erholung sollte zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht gesprochen werden. Besonders von niedrigen Grundwasserständen betroffen sind aktuell einzelne Messstellen des mittelfränkischen Sandsteinkeupers und Teile des Tertiärs zwischen Alpenvorland und Donau.
Gewässerökologie Fließgewässer und Seen:
Jahreszeitlich bedingt liegen die Wassertemperaturen aktuell in einem günstigen Bereich. Auch die vereinzelten spätwinterlichen Niedrigwasserabflüsse sind gewässerökologisch bisher nicht ungewöhnlich.
Entwicklung in den Seen
Das Ökosystem der Seen wird maßgeblich von der Temperaturentwicklung im Jahresverlauf geprägt. Der Wechsel von warmen und kalten Jahreszeiten sichert die Sauerstoffversorgung des Tiefenwassers und die Nährstoffversorgung der Pflanzen und Tiere im Freiwasser. Während der Wintermonate kann das sommerlich warme Wasser abkühlen, eine Zirkulation und damit Ausgleich der Sauerstoffdefizite in tieferen Wasserschichten wird jedoch erst ab Temperaturen von 4°C in der gesamten Wassersäule mit gleichzeitigen Starkwindereignissen möglich. Ob die Witterungsbedingungen in diesem Winter entsprechend geeignet waren, kann erst mit den anlaufenden Messungen beurteilt werden.
Durch den zurzeit in einigen Seen niedrigen Wasserstand verringert sich der Lebensraum der Tiere und Pflanzen im Flachwasser. Röhrichtbestände die von der Wasserfläche abgeschnitten werden, sind dann in der beginnenden Laichzeit nicht als Habitat und Rückzugsraum zugänglich. Mögliche Folgen wie zum Beispiel eine geringere Zahl an diesjährigem Nachwuchs hängen auch von den Wasserstands-Entwicklungen der nächsten Wochen ab.
Ausblick:
Bis einschließlich Sonntag (09.03.2025) soll die trockene Hochdruckwetterlage anhalten. Die derzeitige Basis-Witterungsvorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) klassifiziert die Kalenderwoche (KW) 11 als normal, die KW 12 sowie 13 als zu feucht und die KW 14 als zu trocken. Die zugehörigen Temperaturprognosen zeigen bis Anfang April 2025 zu warme Verhältnisse. Diese Einstufungen der DWD-Witterungsvorhersage ergeben sich aus dem Vergleich mit dem Referenzzeitraum 2005 bis 2024.
Die Niedrigwasserlage wird sich zunächst ausweiten.

Abb.1: Abweichungen vom mittleren Monatsniederschlag (1971-2000) für die Regionen Nord- und Südbayern im Verlauf der letzten 2 Jahre.

Abb.2: Anteil an Grundwassermessstellen und Quellen mit der Klassifizierung niedrig, sehr niedrig bzw. neuer Niedrigstwert im oberen Grundwasserstockwerk (dunkelblaue Linie) und den tieferen Stockwerken (blaue Linie) im Verlauf der letzten 2 Jahre.

Abb.3: Anteil der Pegel an Fließgewässern mit einer Klassifizierung sehr niedrig im Verlauf der letzten 2 Jahre.